Kraut im Ohr - Dein Wildkräuter Podcast

Transkript

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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen bei Kraut im Ohr, deinem Wildkräuter-Podcast für alle die mehr über Wildkräute und Heilpflanzen erfahren möchten.

00:00:08: Heute wird es noch wilder als sonst!

00:00:11: Und Amiko ist Moe, die dich in dieser Folge mitnimmt in die Welt der wilden Möhre – einer filigranendolgen Blütlerin mit einer wunderbaren Wirkung für Körper, Geist und Seele.

00:00:23: Wir schauen, woran du sie sicher erkennst was du mit ihr anstellen kannst und was die Kräuter gelehrten vergangener Jahrhunderte über sie wussten.

00:00:31: Viel Spaß!

00:00:47: Allein ihr Name lädt unflädige Zeitgenossen im Internet zu seltsamen Assoziationen ein, die euphemistisch gesagt auf den Seite Antike belegten Zusammenhang zum Thema Fruchtbarkeit rekuriert.

00:00:59: Mögen sich die ergötzenden Herren dieses Bildungsschmanker als Bewusstsein!

00:01:04: Gerade deshalb flagge ich mit dieser Pflanze meine Verbundenheit und trage sie mit Stolz dicht am Herzen weil sie wie ein Sternschnuppenregen eine Energiebündel aus Licht

00:01:16: ist.".

00:01:17: Und natürlich, wer ahnt ist nicht der hier häufiger zuhört.

00:01:20: Sie kann saubern!

00:01:22: Zumindest ein Lächeln ruft sie auf unseren harschen Wintergesichtern hervor wenn wir ihr an trüb grauen Tagen am Wiesenrand begegnen.

00:01:31: Sie isst die Wunderkerze am Weg, die uns vom Sommer flüstert, den scharfen Wind vertreibt, die Wolkendecke aufreißen lässt und von anderen Zeiten kündet, die schwereloser sein

00:01:44: werden.".

00:01:45: Sie gibt Meldung von diesen mit Helligkeit und Wärme durch tränkten, müden Tagen wo Sonne uns durchflutet und Leib-und Seele die warmen Schwingungen des Kosmos in sich aufsaugen.

00:01:57: Sie seht ihr dann genau an wenn sie in ihren Winterruhr geht oder wenn sie im Frühling vor dir auftaucht erstarrte Funken in Blassembeisch innehaltend im Flug der Zeit um neue Kraft zu tanken die sie über ihre Umgebung ausgießen wird.

00:02:15: Wie eine Wunderkerze.

00:02:16: zu Silvester versprüht sie filigrane Miniblitze, die alles in Möglichkeiten verwandeln was Sie berühren.

00:02:24: Das ist sie – Die wilde Möhre.

00:02:28: Nähern wir uns dieser ätherischen Gestalt, die uns stets begleitet selbst auf öden Brachen in vermüllten Städten, die unsere Gesellschaft sucht und doch auch gut ohne uns sein kann!

00:02:40: Sie isst wortwörtlich eine Wunderkerze Eine Lichtgestalt, die das Wunder, dass sich jedes Jahr aufs Neue vollzieht, für unsere Sinne zerrt.

00:02:50: Das Wunder der Leichtigkeit heller Tage, pulsierender Natur und wohnigen Lebens.

00:02:56: Sie deckt als Insektenpflanze und als Kultur vor Millionenfach den Tisch – und das nahezu rund um die Erde.

00:03:03: Und sie ist materialisierte Strahlung Ein Lichtergruß von oben.

00:03:07: was auch immer uns dort erwartet Zünden wir an Feuerwerk ihrer Wirkmächtigkeit Die wunderbare Leichtigkeit des Sommers.

00:03:18: Der Sommer gehört ihr und ihren Schwestern, denn sie fangen mit ihren leicht nach oben gebogenen Blütenschirmen die Sonne ein.

00:03:26: Sie sind als weiße Blumen für den Normaluser an trockenen Orten an Brachen- und Bahndämmen auf Schotter- und Sonnenversenkten Wegrennern zu finden.

00:03:35: Überall da wo sich Falten vormangelnder Feuchtigkeit in die Erde furchen.

00:03:40: Lass uns diesen weißen Blumen ein Gesicht und eine Geschichte geben!

00:03:46: Daukus Carota L. gehört zur Familie der Deudenblütler, meint die tellerförmige Erscheinung des Blütenstands setzt sich aus einer Vielzahl an Einzelblüten zusammen, die wiederum einem Punkt entspringen von dem fünfzehn bis dreißig Strahlen-Ausgehen.

00:04:02: auf diesen Strahlensitzen nun nochmal jeweils kleine Döllchen mit sieben bis treizend Straheln und erst auf dem Ende dieser kleinen Döllchennstrahlen sitzen die Blüte, die sehr klein sind in großer Zahl beieinander stehen.

00:04:16: Das Gesamtbild ist von solch filigraner Schönheit, das die Pflanze im englischen Queen Anne's Lace genannt wird.

00:04:23: Dahinter steckt die Geschichte einer Spitzenhelkelei wie wir sie auch aus Brüsselerspitzen kennen – eine Kunstfertigkeit, die an Eleganz und Aufwand durch wenig zu übertreffen ist.

00:04:34: Der Blütenkörper ist umschlossen von auffälligen fiederteiligen Hüllblättern, die auf die Wunderkerzenoptik einzahlen.

00:04:43: Wie kleine Blitze umschließen sie die Blüte, wenn sie sich des Nächten zur Ruhe begibt.

00:04:49: Dann biegen sich die Deudenstrahlen nach oben und höhlen die Bluten wie ein Vogelnest ein, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen.

00:04:56: Unterhalb der Döllchen gibt es spitze Blätter, die man Hülchenblätter nennt.

00:05:02: Kommen wir zu einem markanten Erkennungsmerkmal dieser Jahr als triggreich bekannten Dynastie in der sich auch einige giftige Gesellen tummeln!

00:05:10: Inmitten der Dolde, Zitat, findet man ein einziges Purpurfarbenes knäpfiges Blümchen wie ein Hirsekördlein.

00:05:19: Dasselbig, so man es zerreibt wird noch brauner – da rop ich mich oft verwundert!

00:05:24: Das in so vielen kleinen weißen Blümlehen einer jeden Krone nur ein einzigs besonders braunes Blümchensäul gesehen werden.

00:05:31: Gleichsam als ob die Natur etwas Besonderes damit habe bedeuten wollen.

00:05:36: Schreibt uns, Hieronymus Bock Der Kräutergelehrte aus dem sechzehnten Jahrhundert widmet sich den Phänomen des auch als Mohrenblüte bekannten, dunklen Punktsmitten auf dem Schirm.

00:05:47: Achtung!

00:05:48: Das war vor einer Zeit wo das Wort noch nicht, nicht benutzt wurde.

00:05:52: Was mag es damit aufsich haben?

00:05:54: Ein Landeplatz für Insekten ein heiliger Blutstropfen einen Moralkompass der anzeigt wie viel Schande die Mädchen in sich tragen Oder gar der Blutstropfen besagter Königin Anne, die sich bei ihrer Stickarbeit verletzte und auf die Mitte ihres Werkes blutete?

00:06:11: Und was wenn der Fleck weg ist?

00:06:12: Na dann wie man in sieben Bürgen meinte zu meinen Der Weltuntergang.

00:06:17: Denn in der Tat nicht alle wilde Möhren haben dieses markante Zeichen.

00:06:22: Du kannst dich also nicht tausendprozentig darauf verlassen aber es ist schon sehr sehr häufig.

00:06:28: Nähern wir uns daher weitere Eigenarten, damit du die wilde Möhre zweifelfrei zuordnen kannst.

00:06:34: Sie wächst ca.

00:06:35: Achtzig bis hundertzwanzig Zentimeter gen Sommerhimmel wobei?

00:06:39: Im ersten Sommer bildet die wilden Möhren lediglich eine Blattrosette von acht bis zwölf Zentimetern Höhe und sechs bis zehn gestielten fein zerschlitzten grau grünen- und feinbeharden Blättern.

00:06:51: Sie erinnern an das Möhrendrün aus dem Supermarkt!

00:06:54: Im zweiten Jahr stendert sie auf und erhebt sich in die Luft, die sie umspielt und umfängt.

00:06:59: Durch sie hindurchpustet und sie so ätherisch wirken lässt wie ihre Öle, die Sie in sich

00:07:04: trägt.".

00:07:06: Die wilde Möhre ist eine feine Vertreterin ihrer Art, die jedoch fiese Verwechslaufweis, die wir zumindest kurz benennen wollen, um dann auf die inhaltsreiche Podcast-Folge zu den dollen Blüttern mit Celia Nentwick zu verweisen!

00:07:20: Die giftige Huns-Petersilie hat nicht wie die Wildmöhre große fiederteilige Hüllblätter, sondern drei lange Hülchenblätter ,die alle in eine Richtung zeigen.

00:07:30: Ihr Stängel ist drötlich überlaufen!

00:07:32: Nicht behaart und sie riecht nach Mäusepipi – genauso wie der gefleckte Schierling.

00:07:38: Der Heckenkäber kroppfest hübsch anzusehen aber ebenfalls nicht bekömmlich.

00:07:42: Du erkennst ihn an kropfartigen Verdickungen des Stängels unter den Blattansätzen.

00:07:47: Auch er ist rötlich gefleckt, borstig behaart und die Zipfel der gefiederten Blätter sind abgerundet.

00:07:53: Außerdem hat er eher nickende knospige Blütenstände!

00:07:58: Der Wiesenkabel wiederum ist genießbar und trägt ebenfalls gern das Outfit-Typ gehäkeltes Zierdeckchen.

00:08:04: Was also in Sachen Bestimmung wirklich tun?

00:08:07: Es gibt noch ein unmissverständliches Zeichen, dass es sich nur um die wilde Möhre handelt.

00:08:13: Denn der Blütenstand krümmt sich des Nächtes und zerei für Zeit wie eine eigenartige Klauenhand zusammen.

00:08:20: Das macht nur die Wilde Möhrer und dieses Vogelnestartige zusammenzingen ist ihr Alleinstellungsmerkmal!

00:08:27: Sie schützt damit ihre Minifrüchte, die mit kleinen Ankern wie bei Kletten ausgestattet sind.

00:08:32: Pro Pflanze entstehen ungefähr drei bis viertausend Samen.

00:08:36: Tausend davon wiegen ein Gramm.

00:08:38: Leichtes Gepäck für eine gewichtige Küchenzutat, zu der wir gleich kommen!

00:08:43: Also?

00:08:44: Der vermeintliche Blutstropfen in der blüten Mitte und das Vogelnest sind unverwechselbare und eindeutige Merkmale für die Bestimmung.

00:08:53: Hinzu kommen beharte Blattstiele und fein geriefter Stängel, der nicht rötlich überlaufen ist – doch wie immer gilt im Zweifel Nicht pflücken.

00:09:02: Die Umgebung genießen und sich im Winter an ihrem oberirdischen Spross erfreuen, der wie kein anderer das Standbild einer prachtvollen Wunderkerze in den dunklen Himmel malt.

00:09:14: Das Wunder der Mahlzeiten.

00:09:18: Widmen wir uns nun der Qualität dessen, wo für die Möhre weltweit berühmt geworden ist – sie deckt unzähligen menschlichen und nicht-menschlichen Kreaturen unermüdlich den Tisch!

00:09:30: Nehmen wir uns zunächst einen Augenblick zurück und betrachten das wilde Treiben rund um die Knapphandflächen großen Blütenteppiche der Wildenmöhre.

00:09:39: Mit dem Marketing-Gag, der lila schwarz gefärbten Trugblüte, schafft die Pflanze für Insekten einen optischen Mehrwert im Vergleich zu anderen – einen buchstäblichen Eyecatcher um die Gunst von Fliegen, Mücken, Wansen, Käfer & Co.. Es hat nämlich denn anscheinend, dass der dunkle Punkt ein anderes Insekt ist was?

00:09:58: Vermenschlicht gedacht für andere ein Trennzetter sein kann.

00:10:01: Nach dem Motto wo sich andere niederlassen kann es so schlecht nicht sein!

00:10:06: Dadurch sichert die wilde Möhre stets eine ausreichende Zahl an Bestäubern An dieser Stelle vielleicht mal einen Einschub zu den faszinierenden Ökosystemen die unsere Weltkräuter umgeben.

00:10:17: Allzu häufig betrachten wir ja nur ein einzelnes Kraut, übersehen dabei aber dass es in einem ganzen Kosmos an Beziehungsgeflechten steht die alle ihren Sinn haben und in einer minutiösen Choreografie miteinander interagieren.

00:10:31: Die wilde Möhre tanzt auf der Bühne der Biodiversität und lädt dazu einzig auf ihr zu tummeln.

00:10:37: In Zahlen – weil das so beeindruckend ist!

00:10:41: drei Schmetterlingsarten, zehn Raupenarten, siebenundsiebzig Schwebfliegenarten und drei Käferarten.

00:10:48: Nur mal so!

00:10:50: Und was ist mit der Spezies Homo sapiens?

00:10:54: Die wilde Möhre zählt zu den Drei-Uhr-Ahnen der heutigen Möhren die vielleicht das Kreuzungen mit afghanischen und mediterranen Mörenarten entstanden ist und dabei immer Oranger größer und opulenter wurde.

00:11:07: Seit dem achtzehnten Jahrhundert verspeisen wir regelhaft unser Lieblingsgemüse, das zuverlässig hinter der Tomate auf Platz zwei in unseren Küchen liegt.

00:11:15: Die Niederländer brachten es im Zuge ihrer Handels- und Kriegswege in die Welt wo die Möhre zunehmend Fuß faste.

00:11:22: Weil die Küchenvariante den auffälligen Farbstoff Karotin in großer Menge hat nennt man sie auch Karotte.

00:11:29: Daneben tragen ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften die Lagerfähigkeit und die einfache Handhabung sicherlich zu ihrem Welterfolg bei, denn der ist es.

00:11:39: Seit rund hundert Jahren sind die Speisemöhren so richtig global unterwegs, die übrigens brutanisch nichts mit der Rübe zu tun haben – obwohl sie in manchen Regionen gelbe Rüben heißen!

00:11:51: Größter Produzent ist China Mit knapp der Hälfte der weltweiten Produktion, die jährlich im Aufwärts trennt ist.

00:11:58: Im Deutschland kommen wir auf knapp eine Megatonne.

00:12:01: Das sind eine Million Tonnen, die pro Jahr aus den Äckern gezogen werden natürlich für Erntemaschinen optimiert konfiguriert.

00:12:11: Wer allerdings survivaltechnisch unterwegs ist und sich der wilden Schwester bedienen möchte erlebt etwas ganz anderes.

00:12:17: Die Erde will die Wurzel nicht hergeben.

00:12:20: Sie ist sehr mühsam auszugraben, so dass manche Vor- und Frühhistoriker und Archäologinnen sie erst gar nicht auf dem Speiseplan unserer uranen Wänden.

00:12:29: Ein antiques Kochbuch D'Re Conquinaria erwähnt zwar bereits die Carota – ob es sich dabei allerdings um die wilde Möhre handelt bleibt fraglich.

00:12:40: Oben zitierter Hieronymus Bock bildet eine gelbe Rübe ab, die im Rheinland als Gemüse angebaut worden ist und grenzt sie von der Wildform ab!

00:12:48: die, wie er sagt nur in Notzeiten gegessen wurde.

00:12:52: Deshalb nämlich!

00:12:53: Die Wurzeln sind vier bis sechs Millimeter dick und sechs bis acht Zentimeter lang – das entspricht an etwa meinem Ringfinger in noch dünner.

00:13:01: Sie kann bis achtzig Zentimeter tief würzeln.

00:13:04: Viel Spaß beim Graden und beim Erkennen denn wer die wilde Möhre kosten möchte ernst sie am Ende des ersten Jahres wohl dem der das weiß.

00:13:13: danach ist sie dagegen verholzt und zähl Wer sie sammelt profitiert allerdings nicht nur von ihren Meerstoffen.

00:13:21: Bewegungstechnisch tätest du einiges, denn für einen wilde Möhrensalat bräuchtest du rund hundert Pflanzen – eine körperliche Fleißarbeit!

00:13:28: Dann allerdings würden die Wurzeln nach rund zwanzig Minuten Kochzeit weich und zart und angenehm in Geruch und Geschmack.

00:13:37: Für uns einfacher nutzbar sind ihre frischen Blätter etwa für Pesto-, Kräutersalz-Smusis oder Aufstriche.

00:13:44: Die Dolden kannst du trocknen und mörsern und zu Tee verarbeiten.

00:13:47: Ein wunderbarer Trunk für aufgeregte Mägen und Gedärme!

00:13:51: Wer es effektiv mag, widmet sich im September und Oktober den Samen.

00:13:55: Nimm achtsam ein Nest aus den von Hülblättern verschlossenen braunen Samen und schneide die Dolden ab, lege sie zum Trockenen auf Papier- und Rebele dann die Samen ab.

00:14:05: Wie oben schon erwähnt Sie sind zahlreich vorhanden – Du kannst sehr schnell jede Menge ernten ….

00:14:11: Und dann staunen.

00:14:13: Sie schmecken wie eine Mischung aus Petersilie und Anis, eignen sich als Salazugabe für Gebäcke, Gomasio oder auch für Salz.

00:14:21: Eine sehr aromatische Zutat.

00:14:23: testet dich also langsam heran, dann hast du unglaublich spannende Küchenerlebnisse und ein Gewürz mit dem du viel rum experimentieren kannst – das Naturgemäß gut zu Würzel-, Gemüse- und Artverwandten wie Sellerie oder nun ja Möhren passt!

00:14:37: Alle Teile der wilden Möhre sind also essbar.

00:14:40: Die Wurzeln, die Stängel, die Blüten und die Samen.

00:14:44: Wird mir vielleicht beim kulinarischen Genuss ein Gedanken den kleinen Wesens rings um die Wiesen?

00:14:49: Wir kennen Pflanzen sagen in denen Dautus carota als Lieblingsspeise der Zwerge galt, die oft dafür einen Goldstück hinlegten.

00:14:57: oder lausche beim Essen dem Kunstmärchern von Eta Hoffmann.

00:15:01: das ist er mit dem Nussknacker der von einer Königsbraut im Jahr Das junge Enchen findet bei der Gartenarbeit einen Ring, der um eine Möhre gewachsen ist.

00:15:12: So was kommt ja tatsächlich vor – sie steckt ihn beglückt an den Finger und schon ist das Unheil besiegelt!

00:15:18: Der Ring lässt sich nicht mehr abziehen.

00:15:21: Denn hinter der Rübe stecken niemand anderes als König Daucus Carota I., ein kleiner hässlicher Gnomenkönig, der Enche nun als seine Braut beansprucht und mit einem grotesken Hofstaat aus Salat, Prinzen, Gurkenherzogen- und Kohlkopfministern auftritt.

00:15:37: Es ist im letzten Moment gelingt es Enchen, den Ringe wieder vom Finger abzustreifen und in der Karotte überzustülpen.

00:15:43: Womit der Spuk endet und sie zu ihrem rechtmäßigen Verlobten dem Studenten Amandus zurückkehren kann.

00:15:51: Wundervoll wirkungsvoll!

00:15:54: So sind wir also dem Zauber der wilden Möhre erlegen.

00:15:57: Blicken wir zum Schluss noch auf die Frage ob sie auch Erkrankungen wegzaubern könnte?

00:16:03: Die wilde Möhre gehört nicht in den Kanon klassische Heilpflanzen, auch wenn sie in den letzten Jahren zunehmend das Interesse der Wissenschaft auf sich gezogen hat.

00:16:11: Die Studien fragen nach pilzhemmenden, antioxidativen oder gar krebs eindämmenden Wirkmechanismen von Pflanzenbestandteilen doch die Qualität der Evidenz variiert stark und klinische Studien beim Menschen bleiben wie so oft begrenzt.

00:16:26: Was sagt die Vergangenheit hierzu?

00:16:28: Nun, die älteste medizinhistorische Nachricht von einer Pflanze, die vielleicht die wilde Möhre gewesen ist, stammt vom griechischen Arzt Dioscourides der wenige Jahrzehnte vor Christi Geburt wirkte.

00:16:40: Die faserige fingerdicke Wurzel helfe gegen Schlangen und sonstige Bisse erwecke Begierde zum Beispiel, die Blätter zerstampfe man mit Honig und trage sie auf krebsige Geschwüre auf.

00:16:52: Die Samen haben eine erwärmende Kraft.

00:16:58: Erst mit dem Kirchengelehrten und Bischof Albertus Magnus wird die wilde Möhre im XIII.

00:17:03: Jahrhundert unsweifelhaft aktenkundig, jedoch nennt er keine Nutzung als Arznei oder Speise.

00:17:09: Der englische Arzt- und Apotheker Nikolas Kurpepper benennt im XVII.

00:17:13: Jahrhunter dann Anwendungen, die wir bis heute teilen würden.

00:17:17: Ein Tee aus der Dolde und vor allem die gekauten Samen beruhigenden Verdauungstrakt, Lindern, Kuliken und Blähungen regulieren vielleicht sogar die Menz.

00:17:26: oder wie Mathiolus ein weiterer Kräutergelehrte des sechzehnten Jahrhunderts schreibt.

00:17:30: Die Samen bewegen unkäusche Gelüste!

00:17:34: Es sind vor allem ihre ätherischen Öle und der Booster an Vitalstoffen, die die Wille Möhre so wertvoll machen, sodass sie schon in den Pfahlbaussiedlungen aus der Jungsteinzeit- und Bronzezeit gefunden worden zu sein

00:17:45: scheint.".

00:17:46: Die Ahnen ahnten also ihre Wunderkerzenwirkung, die in unseren Zählen bis heute ein Kleinfeuerwerk zu entzünden vermag um körpereigenen Entzündungen und Misshelligkeiten mit ihrer Helligkeit in den Schatten zu stellen.

00:18:16: Irgendwann ist sie abgebrannt.

00:18:19: Im Unterschied zur echten Wunderkerze ist die wilde Möhre jedoch in der Lage, sich jährlich zu erneuern wieder neu zu entbrennen, sich im Licht ein weiteres Jahr zu verzerren und den der Erde tief zu verankern für weitere Energieblitze, für zauberhafte Sternchenfeuer, für heilende Nahrung, für Mensch und Tier.

00:18:40: Sie isst die hellste Kerze auf der Torte.

00:18:43: Lasst sie uns feiern, mit oder ohne Lila für ein T-Shirt mit ihrem Konterfeier auf der Brust.

00:18:48: Im Herzen haben wir sie jetzt – hoffentlich alle!

00:18:53: Das war eine weitere Folge von Kraut im Ohr, deinem Wildkräuter-Podcast.

00:18:57: Wie schön dass du bis hier hin zugehört hast.

00:18:59: und das Beste?

00:19:00: Wir senden alle zwei Wochen einen neuen Trick unermüdlich weil uns die Naturwälder draußen so am Herzen liegt.

00:19:07: Verfolge gerne unsere Aktivitäten und abonniere Melanie's informativen Newsletter.

00:19:11: Dazu findest du alle Infos unter www.lunaherbs.de.

00:19:15: Ganz herzlichen Dank für dein Interesse und bis zum nächsten Mal!

00:19:19: Alles Liebe von Mo.