Dein Wildkräuter Podcast
00:00:00: Hier wächst was ganz Neues.
00:00:03: Staunenswerte Aha-Erlebnisse scheint es hinter jedem Supermarkt zu geben!
00:00:08: Hallo und herzlich willkommen bei Kraut im Ohr, deinem Wildkräuter Podcast für alle die mehr über Wildkräute und Heilpflanzen erfahren möchten.
00:00:16: Heute widmen wir uns im Kraut Kwiki der bzw den Stadtpflanzen des Jahres.
00:00:23: Du erfährst einmal mehr über die faszinierende brutanische Vielfalt im urbanen Raum, die weit über bekannte Klassika wie Löwenzahn hinausgeht.
00:00:32: Wir nähern uns über Lebenskünstlern und blicken neben ihren brutalischen Besonderheiten wie stets auf ihre kulturelle, kulinarische oder heilende Kraft am Wegesrand!
00:00:41: Ob es ein Plädoyer für den Meer wert der pflanzlichen Einwanderer werden wird?
00:00:46: Sei gespannt und bleib dran!
00:00:49: Der Krähenfuß Wegerich hat das Rennen gemacht und das kurzfrüchtige Weidenrösschen und das Sumatra-Berufkraut auf die hinteren Plätze verwiesen.
00:00:59: Allein die Namen dieser Wildpflanzen lösen Begeisterungsstürme bei Wortklauberinnen wie mir aus, sie verraten uns einmal mehr als unbekannt die Natur vor unserer Nase ist.
00:01:11: Dieses Mal geht es um die drei Kandidaten der Wahl zur Stadtpflanze des Jahres.
00:01:16: Die kührt traditionell der Bochoma Botanischer Verein.
00:01:20: Im Herzen vom Ruhrgebiet einer etwa im Unterschied zum Allgäu eher als unverdächtig geltenden Region für Kräuterschätze, doch genagte Community.
00:01:29: wer sich da nicht mal täuscht!
00:01:32: Das Faszinierende an diesen Natur des Jahresauslobungen ist nämlich, dass sie oft den Blick für die enorme Vielfalt schärfen.
00:01:39: Für die vielen, vielen Arten, die beim allgemeinen Weg lagen über das Atensterben sehr wohl vor der Haustür wachsen aber die sich eben nur durch genaues Hingucken und einem Quäncheninteresse fürs Botanische erschließen nicht dem klassischen Kanon Gänseblümchen, Löwenzahn- und Brennnessel bedienen.
00:01:57: Und in der Tat?
00:01:58: Gerade die Stadt ist und war schon immer ein quäl großer Artenvielfalt.
00:02:03: Der zürcher Naturforscher Conrad Gessen hat bereits im Jahr fifteenhundertsechzig in seinem Werk Hortus Germania dreißig Pflanzenarten beschrieben, die vor allem an der Stadtmauer wachsen.
00:02:15: Seit dem neunzehnten Jahrhundert kennt man erst statt Floren – also Auflistungen ob Anergewächse – und mit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckte Botanika einen Faszinierendes Forschungsfeld zwischen Gullideckel- und Betonplatten.
00:02:28: Die pflanzliche Vorliebe für städtische Lebensräume nennt man übrigens urbanophilie.
00:02:34: Viele solcher Pflanzen sind kosmopoliten und auf der ganzen Welt zu Hause, sie siedeln sich gleichermaßen in New York oder Berlin an und finden in Städten mehr als nur einen Ersatzlebensraum – Stadtbäume wie Roskastanie, Rubinio- oder Spitzahorn, Vereinigen Verkehrssicherheit und Klimaresistenz.
00:02:52: Wildpflanzen in der Stadt sind neben ihren Eigenschaften, Vital-, Bio- und Klimaresistenz zu sein vor allem.
00:02:58: Und das ist Inhalt dieses Trecks viel gestaltiger als gedacht!
00:03:03: In einer Stadt wie Berlin sind über zwei Tausend Einhundert Fahnen und Blühpflanzen nachgewiesen – unter anderem woanders längst ausgestorbene.
00:03:11: Warum ist das so?
00:03:13: Im Fahrtwind und an Verkehrsmitteln reisen Samen aus allen Erdteilen mit.
00:03:18: Die Städte lieben Pflanzengesellschaften, die sich auf oft trockenen und stark verdichteten Böden ansiedeln können.
00:03:24: Die sogenannten Ruderalpflanzen kommen mit Dürre-, Vielsonne-, salzhaltigen oder gar schwermetallhaltigen Bölden klar.
00:03:33: Ihre Überlebensstrategien sind phänomenal!
00:03:36: Sie durchlaufen ihren gesamten Entwicklungszyklus vom Keimling zur Samenreife in wenigen Wochen und produzieren ausgeprägte Mengen an Samen – das Hirtentäschel zum Beispiel rund neunzigtausend.
00:03:47: Sie blühen sehr ausdauernd und sind zudem lange keimfähig, um auch ungünstige Perioden gut zu überstehen.
00:03:54: Manche bestäuben sich selbst oder nutzen den Wind der zahlreichen vorbeiziehenden Fahrzeuge, um sich zu vermehren.
00:04:01: Mancher Pflanzen verändern ihre Blattstellung je nach Lichteinfall – haben einen raffinierten Verdunstungsschutz und können wie etwa die Melde Salz ausschwitzen und nicht wenige bilden Teller große Rosetten aus, um die Feuchtigkeit besser halten zu
00:04:14: können.".
00:04:15: Also alles enorm erfindungs- und triggreich.
00:04:18: So viel ist jetzt schon klar!
00:04:20: Statt Pflanzen führen uns vor allem zu den als ambivalent beurteilten Neofüden, die mit sehr potenten Verbreitungsstrategien einheimischer Arten erfolgreich an Standorten wie Bahnhöfen, Häfen, Großmärkten, Deponieren oder Grünanlagen verdrängen – oder andersherum gesehen wo ehemals die Schlote rauchten Gedeihen enorm robuste Pflänzlein und trotzen Feinstaub, Hitze, Dürre – und führen trotz praller Sonneneinstrahlung ein Stattendasein.
00:04:52: Und hier setzt die Wahl zur Stadtpflanze des Jahres an!
00:04:56: Daher widmen wir uns heute den drei nahezu unbekannten Wesen direkt aus unserer Mitte.
00:05:01: Erstens Die Siegerin, Na klar, kennen wir die drei typischen Vertreter der Wegerich-Arten.
00:05:10: Den Spitz den Mittleren und den Breitwegerich auf fast jeder Kräutertour geranden.
00:05:15: für schöne Stories!
00:05:17: Aber wer genau ist Plantago Coronopus?
00:05:19: Und was hat er mit einer Krehe zu
00:05:21: tun?!
00:05:23: Für die Bürokratie-Fans unter uns zunächst seine ökologischen Zeigerwerte, die da lauten L-Acht T-Sieben K-Drei R-Seben F-Seven U N-Vier S Vier M. Wer sich damit auskennt, versteht dass ich dahinter seine Lichtliebe die Temperatur-Toleranz ein Hinweis zum Vorkommen seiner bevorzugten Böden angaben zur Feuchtigkeit zu Anzeige von Stickstoff und Salzen sowie zur Schwermetalresistenz verbirgt.
00:05:51: Auch wenn wir das nicht weiter verfolgen möchten, die vielen hohen Zahlen lassen auf den ersten Blick den Schluss zu, dass hier ein Pflanzenwesen hart im Nehmen ist.
00:06:00: Sein Name leitet sich ab, weil seine Rosette mit einiger Fantasie an den Fuß einer Krähe erinnert und das griechische Wort für Kräh-Corone auf das Wort Pus-Fuß trifft.
00:06:12: Andere nennen ihn auch Kapuzinerbad – mutmaßlich wegen seiner wirren Blätterpracht die einen ehrwürdige alte Mönche denken lässt.
00:06:20: und du findest ihn auch unter Hirschhorn-Wägerich.
00:06:24: Er sieht dann bisschen aus wie ein gerupfter Spitzwegerich!
00:06:27: Die Blätter stehen mehr ab sind zottig behaart und nicht so dicht und satt wie beim bekannten Bruder.
00:06:33: Sie sind gezackter und erinnern ein wenig an Rucola.
00:06:36: Aus der Rosette des Krähenfußwegerigs wachsen mehrere weißlich-braune und ehrenförmige Blütenstände.
00:06:42: Plantago Coronopus blüht von Juni bis September, und wir alle Wegeriche produziert er jede Menge Samen – nämlich bis zu untausend zweihundert Propflanzen!
00:06:53: Staubblätter und Griffel ragen weit aus der Krone heraus.
00:06:56: Der Stängel selbst ist blattlos, der Crähenfuß wegerig ist gewissermaßen ein kleiner Punk unter den Wegerichen.
00:07:03: Die Pflanzen können bis zu twenty-fünf Zentimeter groß werden und erwachsen einer Fallwurzel die den Winter überdauert.
00:07:12: Mittlerweile ist er weltweit verbreitet und kommt gut mit salzhaltigen Böden klar.
00:07:17: Man nennt solche Pflanzen Hallofüten.
00:07:20: Vor allem in den letzten dreißig Jahren hat er buchstäblich in Ballungsgebieten Fuß gefasst.
00:07:25: Begeisterte Botanikerinnen schwärmen seitdem aus, um den Neuankömmlingen Ritzen und Fugen zu begrüßen – jährlich kommen Neufunde hinzu!
00:07:34: Er liebt Garageneinfahrten und Gehwege und will scheinbar nur eins weiter andern... Ob Frankfurter Autobahnkreuz, Berliner Flughafengelände oder eben das Ruhrgebiet mit seinen ungezählten Straßen.
00:07:46: Er ist ein Waggerbund der unsere Asphaltbänder zu schätzen gelernt hat.
00:07:50: Und was findet er ausgerechnet daran so toll?
00:07:53: Verrückterweise ist es unter anderem der Einsatz von Streusalzen im Winter, der ihm den Boden bereitet hat!
00:08:00: Das dichte Verkehrsaufkommen trägt seine fleißig produzierten Samen stets weiter.
00:08:05: Außerdem haben die hiesigen Pflanzenkartiere ein Auge auf ihn, sodass es zu einer verhältnismässig gut dokumentierten Ausbreitungshistorie gekommen ist.
00:08:14: Weil wir das viel zu selten bei Kraut im Ohr ansprechen – ja!
00:08:18: Es gibt viele Menschen mit gesenktem Haupt- und Nase am Boden durch den Landelaufen um zu erfassen und zu dokumentieren was genau sie da unten sehen….
00:08:28: Ein Fest für Botanikerinnen war etwa vor fünfzehn Jahren, die seltene Chance in Ruhe eine Autobahn unter die Lupe zu nehmen.
00:08:35: Die A-Fürzig – die Haupttrasse durchs Ruhrgebiet – wurde im Rahmen der Kulturhauptstadt als Event einen Sonntag lang gesperrt und zog drei Millionen Gäste und zig beschlagende PflanzenexpertInnen auf den Asphalt, der wie sich dann herausstellte Heimat von vierhundertvierzig verschiedenen Arten war,
00:08:54: u.a.,
00:08:54: für den Kränfußwegerich.
00:08:58: Sicherlich helfen auch mittlerweile die doch eher milden Winter.
00:09:01: Apropos, helfen!
00:09:02: Scheinbar ist er nicht ganz so wirkmächtig wie der Spitz und breitwägerig – du kannst ihn aber sicher mal als erste Hilfekraut bei einem Insektenstich testen.
00:09:11: Aber eine Heilwirkung bei Husten- und Erkältungen ist ihm bislang nicht zugeschrieben.
00:09:17: Dafür ist er essbar und ...wie?
00:09:20: Überraschung… Und das ist schon seit fünfhundert Jahren belegt... Wegen seiner bittersaalzigen Note ist er eine spannende Salatzugtart und bereits im Kräuterbuch von Hieronymus Bock, von fifteenhundertsechsenvierzig als Crén- oder Rappenfüßlein aufgeführt.
00:09:36: So heiße er, weil er einem Vogelsklauen gleich anzusehen sei – hier eine kleine Zeitreise in seine Verwendung zur Mitte des sechzehnten
00:09:46: Jahrhunderts.".
00:09:48: Das Zehe-Rappenfüßlein mit seiner Wurzel ist der halben Teuglich in der Speisen, denen so Städte Bauchflüss haben.
00:09:56: Das Kreutlein wird sonst allein zum Salat erwöhlet – bekommt denjenigen wohl so mit dem Stein behaftet!
00:10:04: Denn er stärkt und kühlt die Nieren und ist gut für das
00:10:07: Blutharnen.".
00:10:11: Als Salatpflanzer hat er vor allem in Italien und im Alpenraumkarriere gemacht.
00:10:15: Du kannst ihn auch wie Spinatblanchier und seine Blüten wunderbar in Wildpflanzengerichten verwenden!
00:10:21: Auch die Samen sind super, nutze sie wie Leinsaat oder Flosaan.
00:10:25: Der Lobpreisungen nicht genug – er erlebt gerade auch eine Renaissance im Gartenbau.
00:10:30: Der Krähenfuß ist jedenfalls angekommen und bereichert ganz bestimmt unsere grauen Städte neu.
00:10:37: Genau... wie sie, die es ebenfalls in diesem Jahr unter die Top drei der Stadtpflanzen des Jahres geschafft hat.
00:10:44: Das kurzfrüchtige Weidenröschen!
00:10:47: Ich liebe diesen Namen einfach – das kurzfristige Weinenröschchen hat es allerdings auch der Wissenschaft zunehmend angetan.
00:10:54: und wie bei Plantago Coronopus handelt es sich um ein Neofüten einem der jüngsten Einwanderungskinder, dass sich derzeit massiv ausbreitet.
00:11:03: Und wie viele andere reist das Flänzchen vorzugsweise mit den Trucks- und Treckern umher?
00:11:08: Und so sieht es aus.
00:11:10: Schmale Stängel, winzige Blätter und zarte Blüten – das kurzfrüchtige Weidenröschen Epilobium brachhycarpum ist ein eher unauffälliger Vertreter der Pflanzenwelt und wird trotz seiner Größe von bis zu einem Meter Höhe leicht übersehen!
00:11:26: Seine Blütchen sind so klein, so winzig dass es bei der stattlichen Wuchshöhe erstaunt.
00:11:32: Das unscheinbare Nachtkerzengewächs ist einjährig und das ganz im Gegensatz zu den anderen zwanzigweiden Röschenarten!
00:11:40: Sie bilden gern untereinander zahlreiche Hybride sodass es wirklich nur Fachleuten gelingt sie einigermaßen gut voneinander zu unterscheiden.
00:11:50: So gibt es das am meisten bekannte schmalblättrige Weidenröschen, dass kleinblütige, nierenblätttrige, quirlblätterige oder nickende Weiden-Röschen.
00:11:59: Im Übrigen allesamt schöne Sprechübungen für den Podcast!
00:12:03: Du erkennst kurzfrüchtige Weidenröschen, eben an den sehr kleinen Blasrosa- oder weislichen Blüten von Juni bis September.
00:12:12: An kurzen dicklichen Fruchtkapseln und einem insgesamt sehr zarten und stark verzweigten Erscheinungsbild was an den feinbehatten Stängern liegt die Kreuz und quer wachsen wollen!
00:12:23: Die Blätter sind schmalanzettlich gegenständig oder wechselständig fast nadelförmig und leicht gezähnt Sieht wahnsinnig zerbrechlich aus wie kleine Feinwohnungen, gespinzt ähnlich und irgendwie sehr poetisch.
00:12:38: Es ist aus Nordamerika zu uns gekommen und seit gut dreißig Jahren in Deutschland zunächst in Rheinland-Pfalz nachgewiesen.
00:12:45: Das kurzfruchtige Weidenröschen erschließt Flächen die ansonsten frei bleiben würden was manchen Brutplatz für Vögel unbewohnbar macht.
00:12:54: Daher warren den Stimmen vor einem Anbau im Garten.
00:12:57: Im Gegensatz zu anderen Weidenröschern, Arten ist diese Art keine Insektenpflanzen.
00:13:02: Dafür sind die Blüten zu klein und die Nektar aus Beute zu geringen.
00:13:06: Natürlicher Feinde hat die Pflanze bisher keine.
00:13:09: Gefressen werden die Blätter und Stängel nur von Kaninchen und die Samen der Pflanzen werden nicht nachhaltig geschädigt.
00:13:16: Daher breitet sich diese Form des Weiden-Röschens ziemlich schnell aus – es magst gern Sonik und staubig und vor allem im Gegensats zu vielen Betroffenen schätzt das dabei!
00:13:26: die Deutsche Bahn.
00:13:27: Gerade entlang der Trassen, ob Reparatur bedürftig oder nicht spielt hier keine Rolle erobert es sich sein Terror und selbst redend hat es auch einen Sinn in diesem alles umfassenden Kosmos.
00:13:40: Es wirkt zusammenziehen und wundreinigend und essbar ist das auch allerdings an dieser Stelle vielleicht noch genauso unentdeckt wie seine elfenhafte Gestalt.
00:13:50: Mitmin wir uns zum Schluss nach der dritten Nominierung zur Stadtpflanze fürs Jahr zwanzig, dem Sumatra Berufkraut.
00:13:58: Das Sumatra-Berufkraut auch als Eregeron Sumatrensis oder weisliches Berufkraud bekannt kommt ursprünglich aus Südamerika und hat sich mittlerweile ebenfalls stark verbreitet.
00:14:11: Es schaut dich mit seinen Körbchenblüten neugierig an!
00:14:14: Und Korbblütler sind im Übrigen die häufigsten unter den eingewanderten Pflanzenfamilien.
00:14:21: Auf den ersten ungeübten Blick sieht es aus wie ein riesiges Gänseblümchen.
00:14:25: Es wird immerhin stattliche zwei Meter.
00:14:27: Viele kennen das kanadische oder einjährige Berufkraut, doch Fachleute unterscheiden auch viel mehr – etwa Konützer und Eregeron-Berufkräuter, die sich in ihrer Blütenform unterscheidet bzw am Behaarungstyp erkennen lassen.
00:14:43: Unseres hat schmale gezähnte Blätter und ist dicht behaart, ein wenig wie Löwenzahn nur eben länger und dünner und in der Textur wie primel Blätter.
00:14:53: Es ist höher als das Einjährige und die Blätter sind mit krasseren Blattnerven ausgestattet.
00:14:58: Die Blütenstände sind zylindrisch pyramidenförmig mit vielen kleinen weißlichen Blütenköpfchen – diese Armen verbreiten sich wie bei der Pusteblume über Schirmchen!
00:15:08: Daher entwickelte Carl von Liné den Gattungsnamen Erygeron, der sich aus den griechischen Wörtern Erio für Volig und Geron für Greis zusammengesetzt hat.
00:15:17: Und benennt damit die Erscheinung der weißen Haare nach der Blüte.
00:15:21: Das Sumatra-Berufkraut Max Kiesig, Schotterich wächst auf Brachen an Wegrändern Auf Mauern, Dämmen und Erdhaufen.
00:15:29: Als Pionierpflanze ist es ziemlich taff.
00:15:31: An der Schweiz steht das auf der Liste.
00:15:33: in massiver Arten Herbiziden zeigt es die Zähne, keine Chance.
00:15:37: Denn Berufkräuter sind allesamt Mächtes!
00:15:40: Ihr Name leitet sich nicht vom Wort Beruf sondern von Berufen meint beschrei in Verhexen ab.
00:15:46: In einem animistischen Weltbild in dem Pflanzen als beseelt und wirkmächtig gelten können Krankheiten auf sie übertragen werden etwa indem man ein Sud aus Berufkräutern braut und die Krankheit damit abwäscht.
00:15:59: Und während die Botaniker geduldig Merkmale dokumentieren und Vorkommen auf der Landkarte vermerken, und die Landschaftsschützer sich die Haare raufen weil diese Krautgruppe auf dem Vormarsch ist werden ihr andernorts ganz andere Qualitäten zugeschrieben.
00:16:15: Energetisch wirkt das Berufkraut nämlich gezielt gegen negative Weibs, die von anderen Menschen mit unheilvoller Absicht ausgehen und das eigene Energiefeld belasten.
00:16:26: Dazu zählen Naht, Eifersuchten, Mobbing oder üble Nahrede.
00:16:29: Hm, war da nicht was in den sozialen Medien mit der dort zunehmend kultivierten Hate-Speech?
00:16:36: Wäre es nicht großartig, wenn es so einfach wäre, schlicht eine Blumenvase voll mit Berufkraut zu pflücken und sie ans Bett zu stellen damit sie des Nächten ihre heilenden Schwingungen aussenden könnte – oder sie zu verräuchern?
00:16:49: oder gar darin zu baden wie früher kleine Kinder, um sie vor Verwünschungen der misgünstigen Tante zu schützen die wir seit Donnröschen und den Bösen fehlen können.
00:16:59: Spannend ist auch seine traditionelle Verwendung als Heilpflanze etwa bei Atemwegsbeschwerden- oder Durchfall.
00:17:06: Belegt ist außerdem seine schleimlösende, schweißtreibende und blutstellende Wirkung.
00:17:11: Die Blätter sind wirzig und schmackhaft.
00:17:14: Und damit auch für die wilde Küche eine spannende Zutat, bei der aufgrund des hohen Vorkommens die Natur fast in die industrielle Produktion eingestiegen
00:17:23: ist.".
00:17:24: Auf TikTok wird das Berufkraut jeder Art derzeit als Tee gehypt – also Augenauf-und Nutzen!
00:17:31: Wie andere Berufkräuter ist auch das Sumatraberufkraut im Übrigen eine wunderbare Nahrungsquelle für diverse Insekten?
00:17:40: Wir sehen….
00:17:41: Hier wächst was ganz Neues.
00:17:44: Staunenswerte Aha-Erlebnisse scheint es hinter jedem Supermarkt zu geben!
00:17:49: Bis dato unbekannte Bewohnerinnen besiedeln unsere Städte und behaupten sich als vermeintliche Rebellen gegenüber der in Anführung ursprünglichen Vegetation, die wir per Definitionem vor fourteenhundertzweiundneinzig mit der europäischen Entdeckung Amerikas ansiedeln – sie behauptent sich ohne bisher
00:18:08: dazuzugehören.".
00:18:10: Sie erobern Terras, die heimische Pflanzen links liegen gelassen haben.
00:18:14: Sie spielen mit dem Lebensraum den wir für sie geschaffen haben.
00:18:33: Sie schärfen den Blick für die Unorte links und rechts der Einkaufsstraßen, für die unordentlichen Brachen.
00:18:39: Für die Schmuddelecken hinterm Stromkasten oder für den Aushub vom nächsten Carport.
00:18:45: Wildes Wächst eben wo es will!
00:18:48: Und stellt unsere hergebrachten Seegewohnheiten auf den Prüfstand Statt zesilierter Barockgärten und feinkurratierte Gardening-Indäen aus der landlustmachenden Zeitschrift, struppige Flecken mit Gewächsen die ihre Geheimnisse zunächst Verhalten preisgeben.
00:19:05: Viele Stadtpflanzen – und alle, die wir heute kurz auf die Podcastbühne gebeten haben sind massive Überlebenskünstler und zeigen uns was Resilienz wirklich bedeutet so dass sie gerade in Zeiten wie diesen eigentlich unsere größten Lehrmeister sein sollten!
00:19:21: In der Summe gewinnen wir übrigens durch die zum Teil häufig demonisierten Neuankömmlinge mehr Arten als die, die aussterben.
00:19:29: Und einige haben vielleicht eine aktuelle Botschaft im Gepäck wie die Spielarten des Berufkrauts.
00:19:35: Daher ist es vielleicht eine gute Idee alte Bewertungskonzepte von eigen und fremd über Bord zu werfen oder zumindest zu hinterfragen.
00:19:44: Mit der Offenheit, ihnen wesentlich mehr Beachtung zu schenken und sie wahrhaft wahrzunehmen, sollten wir die pflanzlichen Start-ups willkommen heißen.
00:19:53: Und so ist die Wahl der Stadtpflanze des Jahres weit mehr als nur eine botanische Besonderheit!